Büro Bernd Lafrenz: 0761/22298 tka@lafrenz.de

William Shakespeare 1564 – 1616

 

LEBEN

Quelle: Spielplan – Georg Hensel, Frankfurt 1981

Am 23. April 1564 wurde William Shakespeare als Sohn eines wohlhabenden Bürgers in dem Landstädtchen Stratford on Avon in der Grafschaft Warwick geboren. Er besuchte dort die Lateinschule, wo er, wie Ben Jonson sagt, „wenig Latein und noch weniger Griechisch“ lernte. Dass der junge William englische Komödiantentruppen in Stratford und Gloucester spielen sah, darf man annehmen. Bereits mit 18 Jahren heiratete Shakespeare die 8 Jahre ältere Anne Hathaway, deren Haus man noch heute in Stratford sehen kann. Sie gebar ihm drei Kinder. 1588 finden wir Shakespeare in London am Theater, wo er sich von der Pike auf – man sagt, er habe als Zettelverteiler begonnen – hochdiente. Drei Jahre später erst wird er als Schauspieler erwähnt. In London fand Shakespeare einen freundschaftlichen Kontakt mit dem großen Tragöden Burbadge, spielte kleine Rollen, bearbeitete und schrieb Stücke. Mit der Truppe von Burbadge siedelte er 1599 in das Globe-Theater über, der Stätte seines höchsten Ruhmes als Theaterdichter. Seine großen Bühnenerfolge verhalfen dem Dichter zum Wohlstand, besonders seit er als Miteigentümer des Globe-Theaters an dessen Einnahmen beteiligt war.
1604 verließ Shakespeare London und lebte fortan in seiner Heimatstadt, meist in tiefster Zurückgezogenheit. Nach der Hochzeit seiner Tochter Judith erkrankte er an einem Fieber. Am 23. April 1616 ist er – 52 Jahre alt – in Stratford gestorben.

 

Quelle: Der Shakespeare Führer – Ulrich Suerbaum, Reclam Verlag

Mit der Person Shakespeares verbindet sich für die meisten Menschen untrennbar die Vorstellung, dass über sein Leben nichts oder fast gar nichts bekannt sein und dass man nicht einmal mit Sicherheit wisse, ob er tatsächlich die ihm zugeschriebenen Werke verfasst habe.
Shakespeares Lebenslauf ist durch die historische Wissenschaft bestens erforscht und durch schriftliche Zeugnisse belegt.
Tatsächlich ist Shakespeares Biographie, die sich immerhin auf einen ganzen Band von Dokumenten und Fakten stützen kann, trotz einiger Lücken die bestdokumentierte Bürgerbiographie der englischen Renaissance.
Eine der Fragen, die im Zusammenhang mit Shakespeares Leben immer wieder gestellt werden, lässt sich mit Entschiedenheit beantworten:

Es ist ausgeschlossen, dass nicht Shakespeare, sondern jemand anders das Dramenkorpus verfasst hat. Es gibt Dutzende von Zeugnissen, die Shakespeare als Verfasser der Dramen nennen. Diese Dokumente stammen nicht nur von Leuten, die sich denkbarerweise täuschen könnten, sondern auch von Insidern des Theaterwesens und des Literaturbetriebs und von Personen, die dauernd mit ihm zusammenarbeiteten. Man kann über die Zuordnung einzelner Dramen streiten, aber die Hypothese, das Gesamtwerk habe jemand anderen zum Autor, bedeutet die Annahme, ein ganzes Zeitalter habe sich zu einem Komplott zusammengetan, um die Nachwelt zu täuschen.

Ein Überblick über den dokumentarischen Shakespeare:

Am 26. April 1564 wird „ Gulielmus filius Johannes Shakespeare“ ( William, Sohn des Johannes Shakespeare) laut Eintragung im Kirchenbuch in der Pfarrkirche Holy Trinity Church zu Stratford-upon- Avon, einem Landstädtchen mit etwa 2000 Seelen in der Grafschaft Warwickshire, getauft.
Sein Vater, John Shakespeare, war selbstständiger Handwerker, whyttawer und glover, das heißt Weißgerber ( der feines Leder produzierte) und Handschuhmacher oder Täschner. Er heiratete vorteilhaft, prosperierte, sammelte Ehrenämter, kaufte Häuser und Grundstücke, die allerdings zum Teil wieder verkauft werden mussten, als es den Shakespeares vom Ende der siebziger Jahre an nicht mehr so gut ging.
Die Stadt Stratford unterhielt eine neue und gute grammar school, Dass Shakespeare diese Lateinschule besuchte, ist nicht dokumentiert, wird aber angesichts seines Bildungshorizontes und vieler Zitate aus Schulbüchern in seinen Dramen allgemein angenommen.
Im November 1582 heiratet William Shakespeare (aufgrund einer Sondergenehmigung nach verkürztem Aufgebot, damit es schneller geht) die acht Jahre ältere Anne Hathaway, Tochter eines großen Bauern aus der Nähe von Stratford.
Im Frühjahr des folgenden Jahres wird Susanna, daughter to William Shakespeare geboren,
2 Jahre später folgen die Zwillinge Hamnet und Judith, son and daughter to William Shakespeare.
Von 1682 bis 1592 erstreckt sich die berühmte Lücke in Shakespeares Biographie, die Anlass zu vielen Ausfüllungen durch Spekulation und Erfindung gewesen ist. Beim Wiedereintritt in den Gesichtskreis lebt er an einem anderen Ort und in anderen Verhältnissen, nämlich in London als ein in Fachkreisen schon namhafter Stückeschreiber und Schauspieler. Eine neidische Attacke eines Konkurrenten, des Dramatikers und Gelegenheitsschriftstellers Robert Greene, ist das erste Zeugnis aus dieser Phase der Karriere Shakespeares.
Von jetzt an wird die Folge der Dokumente dichter.
1593 und 1594 veröffentlicht Shakespeare zwei Kurzepen, „ Venus und Adonis“ und „ The rape of Lucrece“, mit namentlich unterzeichneter Widmung.

 

WERK

Quelle: Spielplan – Georg Hensel, Frankfurt 1981

1589-1593: Titus Andronicus, Heinrich VI, Die Komödie der Irrungen, Verlorene Liebesmüh, Die beiden Veroneser, Richard III., Romeo und Julia, Ein Sommernachtstraum

1594-1599: Der Widerspenstigen Zähmung, Der Kaufmann von Venedig, König Johann, Richard II., König Heinrich IV., Ende gut, alles gut, Viel Lärm um nichts, Wie es euch gefällt, Was ihr wollt

1600-1603: König Heinrich IV., Die lustigen Weiber von Windsor, Julins Cäsar, Hamlet, Maß für Maß, Timon von Athen, Troilus und Cressida

1604: Othello
1605: Macbeth
1606: König Lear
1607: Antonins und Cleopatra
1608: Coriolan

1611-1613: Cymbeline Das Wintermärchen, Der Sturm.